Im Rahmen unserer Initiative #MittelstandDirekt besuchte der Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek MdB am 20.11.2025 die Keller & Bohacek GmbH & Co. KG (KEBO). Am Gespräch waren außerdem der Geschäftsführer Dr. Bernd Weyershausen, Stephanie Wedehase (Head of Marketing), Uta Kruckenhauser (Gesellschafterin und Tochter des KEBO-Gründers), Christoph Rath (Beauftragter des BVMW ‒ Düsseldorf & Mettmann), sowie Simon Kohlhaas (Bundeszentrale BVMW) beteiligt.
Das traditionsreiche Familienunternehmen entwickelt seit fast 100 Jahren chemische Spezialprodukte und Additive für eine Vielzahl von Branchen von der Stahl- bis hin zur Lebensmittelindustrie mit besonderem Fokus auf die Zuckerindustrie. Als hochspezialisierter Mittelständler ist KEBO tief in internationale Lieferketten eingebunden und daher in besonderem Maße von regulatorischen Veränderungen betroffen.
Ein Schwerpunkt des Besuchs war die zunehmende Belastung mittelständischer Industriebetriebe durch neue europäische Regulierungen. KEBO machte deutlich, dass die Vielzahl an EU-Verordnungen und Berichtspflichten für Unternehmen ohne große Compliance-Abteilungen enorme Ressourcen bindet – Ressourcen, die an anderer Stelle dringend für Innovation, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit gebraucht werden.
Geschäftsführer Dr. Bernd Weyershausen brachte die Herausforderungen klar auf den Punkt:
„Beim Besuch unseres MdB, Herrn Jarzombek, wurde erneut klar, wie stark neue EU-Regulierungsvorhaben Unternehmen belasten. Wir bei KEBO fordern keine Subventionen – aber die Vielzahl an jährlichen Regelungsentwürfen bindet Ressourcen, schafft keine Werte und verteuert jedes Produkt in der Chemieindustrie. Ein aktuelles Beispiel ist die EUDR, die European Deforrestation Regulation. Sie soll entwaldungsfreie Lieferketten sicherstellen und betrifft unter anderem Rohstoffe wie Kautschuk, Palmöl oder Holz. Viele Unternehmen haben bereits investiert – und sollte die Regulierung kommen, steigen Rohstoffpreise um 10–20 Prozent, was die Wettbewerbsfähigkeit Europas weiter schwächt. Planbarkeit und praktikable Regeln helfen der Industrie mehr als immer neue Vorgaben.“
Im Dialog wurde deutlich, dass es den Unternehmen nicht um das Verhindern von Nachhaltigkeitszielen geht, sondern um verhältnismäßige, planbare und umsetzbare Vorgaben, die der Realität mittelständischer Produktionsbetriebe gerecht werden. Gerade für spezialisierte Industrien, die international im Wettbewerb stehen, sind steigende Kosten und komplexe Nachweispflichten ein erheblicher Standortnachteil.
Der Besuch zeigt, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Politik und Mittelstand ist, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Die Bundeszentrale des BVMW dankt Thomas Jarzombek MdB und Keller & Bohacek für den offenen Dialog und wird die gewonnenen Impulse in die politische Arbeit einbringen.