Auch die Herausforderungen der Digitalisierung in Deutschland wurden thematisiert. Besonders im Vergleich zu Estland, das als Vorreiter in der digitalen Verwaltung gilt, gebe es Nachholbedarf. Brantner wies darauf hin, dass Estland jedoch kein föderal organisierter Staat sei, was den Vergleich erschwere. Dennoch müsse Deutschland entschlossener handeln, um im internationalen Wettbewerb nicht weiter zurückzufallen. Die Diskussion drehte sich dabei auch um die Frage nach einem möglichen Ministerium für Digitalisierung. Während manche politische Mitbewerber ein eigenes Digitalministerium fordern, vertreten die Grünen die Ansicht, dass finanzielle und personelle Ressourcen besser in einem bereits bestehenden Ministerium gebündelt werden sollten, um die Digitalisierung effizient voranzutreiben.
Zum Abschluss des Gesprächs wurde der Abbau von Bürokratie intensiv diskutiert. Josef Stumpf und Gertrud Hilser hoben hervor, wie belastend bürokratische Hürden für kleine und mittelständische Unternehmen seien. Brantner stellte in diesem Zusammenhang die Praxischecks ihres Ministeriums vor, die künftig verpflichtend für alle Ministerien eingeführt werden sollen. Zudem bat sie die Vertreter des Wirtschaftsverbands um konkrete Beispiele für bürokratische Hindernisse, um gezielt Verbesserungen vorantreiben zu können.
Dr. Franziska Brantner bedankte sich für den offenen und ehrlichen Austausch und betonte, dass sie weiterhin im engen Kontakt mit kleinen und mittelständischen Unternehmen bleiben möchte. Sie hob hervor, dass die mittelständische IT-Wirtschaft eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Transformation Deutschlands spiele.